Benneckenbeck

Benneckenbeck – im Westen Magdeburgs

Schild vor dem Gut

Benneckenbeck – heute Teil der Stadt Magdeburg – ist ein Name, der bis in die jüngere Geschichte der Familie Alemann hinein eine Rolle spielte. Der Stifter des Benefiziums vom 1506, Heinrich Alemann, nahm dieses Gut in seinen Besitz und zur Lebzeit des Gründers der Lehnstiftung von 1879 wurde das Gut, ein  Drittel gehörte noch der Familie Alemann – endgültig verkauft. Dazwischen liegt eine wechselhafte Geschichte.

Der alte Turm

Wir haben im Jahr 2004 Besuche in Magdeburg zu einer Stippvisite in Alt-Benneckenbeck genutzt und zeigen hier einige Fotos, insbesondere von dem Alten Turm und die alten Scheue, die den Hof zur Straße hin abgrenzt.

Die Scheune des Gutes vor dem Umbau zum Wohnhaus

Von dem Turm schrieb Anna von Alemann in ihrem sehr privaten Bericht über das Leben des Oberförsters Friedrich Adolf v. Alemann:

„In dem umfangreichen Garten steht ein alter Wachturm aus dem 7ten Jahrhundert; er soll ein Lug ins Land für Magdeburg gewesen sein, denn er bietet eine weite Aussicht. Benneckenbeck liegt in der Börde, welches eine große Ebene ist. Ein Franzose sagt von dieser Gegend: ‚Es ist eine Wüste, darin Korn wächst!‘.“

Das Gutshaus im 19. Jahrhundert

Gegen das 7. Jahrhundert spricht die Jahreszahl am Türbogen des Turmes. Den Turm bewohnten zuletzt die Tauben. Um in die oberen Stockwerke zu kommen, muss es früher eine Außentreppe gegeben haben. Man wird von dem alten Turm über die Bäume des Gutsparks in die wogende Fläche der Getreidefelder geblickt haben.

Ein Bild aus dem Familienarchiv, das Benneckenbeck zugeordntet wurde (wegen dem Fachwerk wohl nicht der alte Turm aus Stein)

Im Familienarchiv fanden sich noch ein paar Bilder aus dem 19. Jahrhundert. die wir hier präsentieren. Zur Geschichte des Gutes haben wir in Ottersleben nachgefragt und erhielten folgende Antwort:

Ritter Bonike gründete etwa 1225 das Rittergut Bonikenbeke. Aus dieser Ortsbezeichnung wurde dann im Laufe der Jahrhunderte Benneckenbeck. Nach dem Tode von Ritter Conrad Bonike (etwa 1376) wurde das Gut als Lehnsgut an einen Henning von Ammensleben gegeben unter der Bedingung, daß nach dessen Tode das Gut an das Erzstift Magdeburg zurückfallen muß. 1382 kauften die Brüder Hans Ludolf und Rudolf von Keller das Rittergut. Durch Erbteilung entstanden daraus drei Freigüter. 1596 erscheint erstmalig der Name Alemann im Zusammenhang mit den Gütern. Heinrich Alemann und seine Schwester Katharina, die Witwe von Thomas Robin klagten mit den Erben des Joachim Keller um die Herausgabe ihres mütterlichen Erbteiles.

Inschrift im Türbogen des Wohnturmes

Etwa 1583 verschwindet der Namen v. Keller aus den Aufzeichnungen. 1583 sind Alemann, Burkhardt Miehe und Joachim v. Klöden die Besitzer der 3 Benneckenbecker Güter. 1594 wird Heinrich Albrecht Mynsinger von Frundek Erbherr von 2 Gütern in Benneckenbeck. Der dritte Teil (das 3. Gut) bleibt im Besitz der Alemann’schen Erben. 1635 gehört der eine freie Hof (das östliche der 3 Güter) mit 631,5 Morgen Acker Conrad Schrader, dessen Ehefrau Anna, geborene Alemann, das Gut geerbt hatte. Die Witwe Anna Schrader, geb. Alemann, verkauft 1652 ihr freies Gut (weitgehendst im 30‑Jährigen Krieg zerstört) mit allem Acker an den Magdeburger Bürgermeister Stephan von Lentke. Der Name Alemann tritt dann erst wieder als Besitzer des Unterhofes (Nr. 1) auf, als die Tochter des Johann Christian Conrad Mustoph, Dorothee Christiane Elisabeth (geb. 11.2.1776; gest. 21.12.1840) 1792 den Christoph Anton Friedrich Alemann heiratete.  Seine Erben, darunter die Ehefrau des kommandierenden Generals Graf von Bode, verkauften das Gut im Dezember 1888 für 635000 Mark an den Ritterguts‑ und Fabrikbesitzer Gustav Köhne zu Klein Ottersleben. Die Familie Köhne wurde 1945 enteignet und des Landes verwiesen. Der Freigutsbesitzer von Alemann war zeitweilig Bürgermeister von Benneckenbeck und auch Landrat im Kreise Wanzleben. Benneckenbeck wurde 1920 nach Ottersleben eingemeindet. Ottersleben wurde 1952 Stadtteil von Magdeburg.

Soweit die dürftigen Angaben aus der Otterslebener Chronik und eigene Erinnerungen.

Hans Wieduwilt, Magdeburg, den 23.3.03

erstellt nach: „Zur Geschichte der Dörfer Groß‑Ottersleben, Klein‑Ottersleben und Benneckenbeck‑ von Chri­stian Peicke 1902

Gitshaus Benneckenbeck 2004 vor der Renovierung und dem Umbau durch den jetzigen Besitzer