Nachkommen von Bethemann
Notizen
Martin I. Alemann
Käm. 1557–1566. Fährherr 1570/3, 1576/7. I. Bm. 1579,
dann Schultheiß. 12.3., 18.3.1569 belehnt.
Ebeling I. Alemann
Erbsaß auf Benneckenbeck, das er geerbt hatte.
---
Urk. 29.9.1510.
Käm.: 1526, 1534, 1541.
Fährherr 1534/5, 1538/9, 1543/4, immer 1.4.
Seidenkrämer.
1551 oberster Leiter der Stadtverteidigung, Bm.
Erbsaß auf dem 2. Gut Benneckenbeck.
Martin II. Alemann
Käm.: 1585–1597, 1598 i. V., 1600–1602.
II. Bm.: 1603, 1606, 1609.
I. Bm.: 1612, 1615.
Schultheiß 1616.
Senior 1618.
1583 Erbvertrag
6.4.1590 Belehnung
1589 kaufte er von Abel (mit Konsens dessen Vettern Joachim und Heinrich) 1/2 Wispel jährlichen
Zins von 1/2 Hufe für 100 Reichstaler.
1596 besaß er eine Schenke in dem Dorfe Parchen, es wurde zu Burg gegen seine Bierkähne protestiert.
9.3.1602 im Reichsadeldiplom (Nr. 2) genannt.
1612 Verkauf von Vermögen, weil er für seinen Großhandel in Seide, Wolle und Tuchen Geld
benötigte.
8.7.1622 Lehnbrief des Administrators: “Hansen Christoff Alemann als dem eltesten zu mitbehuf
Doctor Hacoben, Bürgermeister Caspars, Heinrich Joachims, Friedrichs, Johann Carls, Johann
Johanns, Ebling und Heinrich, Eblings seligen Söhnen, Iheronimussen, Friedrichs, Christoffs,
Christian und Hansheinrich und Christian Wilhelms als weiland Martin Alemann sel. Söhne” . .
vgl. Joh. Martin.
Thomas Alemann
Thomas Alemann starb 1. May A(nno)D(omini) (15)94 seines Alters 15. Woche 1 Tag (Epitaph an der Johanniskirche)
Der Vater war Bürgermeister in Magdeburg, aber bisher nicht eindeutig identifiziert.
Die Mutter ist auch unbekannt - das Wappen rehct oben deutet auf die Familie Fricke hin.
Johann Martin I. Alemann
(Taufname ist nur Johann, Martin ist Patronymikon),
21.6.1572 Student der Rechtswissenschaften in Wittenberg.
Käm.: 1581 Mgdb. Altstadt.
II. Bm.: 1584–1607.
I. Bm.: 1608–29.3.1618. Erbsaß auf Benneckenbeck und Rothensee.
1581 genehmigte Senior Hans Hans, daß Joh. Martin 2 Wispel Korn, i. Z. aus dem Zehnten zu
Hohendodeleben, welche die Familie 1409 an das Peter-Paul-Stift wiederkäuflich verkauft hatte,
für sich erwarb.
1583 vgl. Erbvertrag über den Nachlaß von Heine V.
6.4.1590 Belehnung vom Administrator; am gleichen Tage auch Sonderbelehnung der Linie über
den Garten vor dem Krökentore.
1599. Mit dem Rate der Altstadt weigerte er sich, dem Domkapitel zu huldigen, das die Vormundschaftsbehörde
für den 11jährigen Administrator bildete. – Er war wiederholt Abgesandter (mit
Hans Moritz) an den Kaiser Rudolf nach Prag.
9.3.1602 verlieh ihm und 11 weiteren Mitgliedern des Geschlechts der Kaiser Rudolf II. ein Diplom,
das sie in den rittermäßigen Adelstand des Reiches und der Habsburgischen Lande erhob.
13.12.1602 Lehnbrief des Christoph von Hoym: “Dem ehrbaren Johann Martin Alemann dero Zeit
Bürgermeister der alten Stadt Magdeburg vor sich und von wegen seines Bruders Martin; Hansen
Christoffs und Martin Hansens Sohn seinen Vettern den Allemannern und ihrer aller mennlichen
Laibeserben und, ob di nicht wehren alsdan . . . Hansen und Moritz, Moritz selig. Söhnen,
Caspar und Ebeling, Ebelings sel. Söhne, Abel, Ebeling des elteren sel. Sohn, Joachim und
Heinrichen, Doctor Heinrichen seligen Söhne . . . .”
Die Linie Heinrich II. war hier also erst in 2. Linie lehnberechtigt, gleichwohl ist der übliche
Ausdruck für die Gesamtheit des Geschlechts “den Allemannern” angewendet worden, vgl. die
Bemerkung zur I. Stammtafel “genannt die Alemann”.
24.2.1612 kaufte er vom Bruder Martin 7 Posten jährlicher Lehnzinsen, darunter den Zehnten von
Kalbe für 3411 Thlr. 20 Gr. 8 2/3 Pf.
Johann Martin war rund 37 Jahre im Rat der Altstadt Mgdb. und hat sich große Verdienste um seine
Vaterstadt und um das Geschlecht selbst erworben. Er tritt uns als einer der hervorragendsten Vorkämpfer
für die Freiheiten der Stadt entgegen.
Sein Nachlaß ist im Kopialbuche seines Enkels Martin aufgezeichnet worden. Die Niederschrift
lautet im Auszuge:
Zu Willen sei hiermit: Als durch Gottes Schickung und Willen Herr Johann Martin Alemann
weiland wohlverdienter Burgermeister dieser Stadt Magdeburg, Anno Chr. 1618, den 29. März,
sanft und selig von dieser Welt abgeschieden, auch darauf in der Kirche zu St. Johannes christlich
und ehrlich zur Erden bestattet worden, hat er nachfolgende sechs Eheleibliche Kinder und
Erben hinterlassen:
I. Herrn Martin Alemann Raths-Pauermeister zu Magdeburg.
II. Herrn Johann Alemann, anfangs Ratsverwandter zu Magdeburg.
III. Catharina Alemanns (Herrn Doctor Jacobi Alemanns Ehefrau), die den 30. Juni 1607
selig von dieser Welt geschieden und zwarten zwo Töchter nachgelassen, davon aber
nur noch die eine, namentlich Margarita Alemann itzo Herrn Otto Gerickes Ehefrau
ihrer Mutter Stelle repräsentiert hat.
IV. Frau Anna Alemanns, Herrn Conrad Schraders selig weiland auf Deeßen und Benneckenbeck
Erbsassen eheliche Hausfrau und nunmehro dessen nachgelassene Witbe.
V. Frau Margarita Alemanns, Herrn Bürgermeister Georg Kühleweins hertzgeliebte
Hausehre.
VI. Frau Helene Alemann, Herrn Franz Pfeils alhier geliebte Hausfrau.
Diese jetzt vorbenannten Personen sind die Erben des Herrn Bürgermeisters Johann
Martin Alemann und seiner Hausehre Frau Annen Moritzen, so schon 1611 seligen Todes
verblichen.
Hierauf folgt die Erbteilung.
Anfänglich und jedweden Erben sein Antheil an Mobilien und Hausgeräth als: Zinn,
Messing, Kupfer, Küßen, Betten, Pfülen, Gläsern, Leinen und derlei Zeug.
Außerdem die Liberés, die Rüstung, Kutschwagen, Pferde, Harnische und Büchsen
usw.
Dann kommen die Landgüter und Wohnhauser in der Stadt:
Martin hat das Haus zum goldenen Zelt erhalten usw.
Johann das väterliche Wohnhaus zum goldenen Greifen am Markt.
Doktor Jacob Alemann hat wegen seiner Hausfrau Catarina Alemann das Haus zu den 7
Bürgen für 1800 Thlr.
Conrad Schrader hat wegen des Gutes Böoneckenbeck 1200 Thlr. 10 Gr. den Erben
herauszugeben.
Georg Kühlewein hat nach Abrechnung den Erben 220 Thlr. zu zahlen.
Franz Pfeil ist wegen des Gutes Rodensee schuldig geblieben 589 Thaler.
Es besaß und testierte somit Johann Martin die Güter Benneckenbeck und Rodensee
sowie 3 Häuser in Magdeburg, abgesehen vom Lehnbesitze! (Im Jahre 1888 wurde ein
Drittel des Gutes Benneckenbeck für 800 000 Mark verkauft, während Anna Schrader
nach dem Tode ihres Gatten es 1659 für 7 220 Taler an Bm. Stephan Lenike verkaufte).
Erasmus III. Moritz
er war ertrunken mit dem Pferde beim Durchreiten durch die Bode bei Neugattersleben, beerd. in Mgdb. St.
Ulrich-Friedhof (Schöppenchronik). Fürstl. Sächsischer Rat, Königl. Dänischer Kriegsbestalter. 1564 belehnt. 1564 Bm. zu Mgdb.
Altstadt, Ostern 1565 Hauptmann auf Neugattersleben. In der Leichpredigt auf Anna Mauritzin (Graues Kloster, Berlin) heißt es
,Ein tapferer und feiner Regent und in der Welt wohlversuchter Mann, der sich in der Kgl. Denemarckischen Cantzley in der
Jugend,hernacher im Kriege wider den Schweden und sonsten wol gebrauchen lassen. Dahero Er einen Ehrlichen Namen eines
vornemen ansehnlichen Regenten bey männiglich uberkommen. Wie ihm dann auch Gott der Herr herrliche naturalia dona verliehen, daß Er
mit seinem weisen und ernsten Regiment viel gutes geschaffet."
Dr. Jakob Alemann
Studierte im Sommer 1587 in Leipzig. 1598 am 23.7. Dr. jur. utr. in Basel. 1600 trat er in einer
Rechtsangelegenheit als Anwalt seines Vaters auf.
9.3.1602 im Reichsadeldiplom (Nr. 6) genannt, obwohl sein Vater noch lebte.
1603 Erster Schöppe des Kaiserlichen Schöppengerichts zu Mgdb.
Fürstlich Braunschw. Geheimer Rat, Bischöfl. Halberstädter Kanzler.
Durch vielerlei gelehrte Schriften hatte er sich einen “berühmten Namen” gemacht. Schon als Student
in Wittenberg (1596) hatte er eine Rede drucken lassen über die Frage, ob das Erbkönigtum
oder das Wahlkönigtum für den Staat vorteilhaft sei (Jöcher, Gelehrten-Lexikon). 1619 schrieb
er über das Recht der Münzprägung. Er wurde von den Stadtvätern in schwierigen Fällen zu Rate
gezogen.
Belehnt 1622.
Erbsaß auf Gommern, Königsborn und Kalenberge.
Seine Witwe wohnte bis 1639 in Goslar. Am 20.7.1632 hatte der schwedische Statthalter ihr und
ihren 3 Söhnen einen Mutschein ausgestellt; 1642 erhielt sie einen Lehnbrief für die Söhne.
Dr. Jakob ist der Stammvater der noch bestehenden beiden Linien geworden.
Johann Moritz I. Alemann
Stand als Offizier in braunschweigischem Kriegsdienst. Amtshauptmann des kursächsischen
Amtes Gommern. Wohnte auf seinem Erbsitze Gommern, wo er starb.
|