Nachkommen von Bethemann
Notizen
Joachim Sturm
evtl auch Storm
Bürgermeister in Magdeburg
Johann Georg Leberecht von Wilcke
Apell.-Rat, Hof- u. Regierungsrat, Jurist
Hans Keller
Bürgermeister in Magdeburg
Hans (Christof) VIII. Alemann
Erbsaß auf Zuchau usw. Beerbte Heine († 1568). 12.3. u. 18.3.1569,
26.4.1590 belehnt.
Hans Christof I. Alemann
Erbsaß auf Zuchau
usw. 1601 kaufte er das Gut Groß-Wanzleben. 9.3.1602 im Reichsadeldiplom
(Nr. 3) genannt. 1621 Senior. Urk. 8.7.1622 “als ältester”.
1641 belehnt mit seinem Bruder (kinderlos).
Christian III. Alemann
Senior 1660. 11.9.1649 belehnt,
1652, 1662, 1664, 1666, 1669. 16.5. desgl. (ohne männliche Erben),
Letizia Jeroniti
Apothekerstochter
Ludwig I. Alemann
Urk. 1434, Lösung vom Banne. 1441 Schöffe.
Urk. v. 10.12.1443: “Wy Lodevich Alman borger der olden stad Magdeburg und Anna myne
elike housfrouwe bekennen oppenbar mit dussen breve” . . . . , daß Claus Engels der letzteren
17 Mark jährlicher Rente aus der Sudenburg, Elmen und Sülldorf, die dieser vom Erzbischof
wiederkäuflich für 200 Mark erkauft hatte, als Mitgift vermacht und der Erzbischof
sich damit einverstanden erklärt habe.
20.12.1446 belehnt mit Heinrich Alemann (Bruder?).
Erster Käm.: 1446, 1459, 1462.
1451 ersuchte er den Rat von Zerbst, seinen Diener Martin Paschedach anzuhalten, den Hering,
den er von Hans Morcze für 5 Schock und 1 Ort entnahm, zu bezahlen.
1456 beteiligte er sich an dem Zuge des Johann Hunyady und Johann Kapistraus zur Befreiung
Belgrads von den Türken. Für seine Verdienste wurde er von Johann Hunyady zum Regimentskommandanten
ernannt. In den alten Stammbäumen wird Ludwig als Oberst tituliert,
in den Ahnentafeln von Leb. v. Guericke ist er als Obristleutnant bezeichnet worden.
Nach seiner Heimkehr wurde er wieder erster Stadtkämmerer.
1460 im Dezember bekennt er, daß Hans Duiz und Gerhard Wöge mit Zustimmung des Erzbischofs
und Domkapitels ihm einen freien Hof und 7 ½ Hufen zu Groß-Germersleben und 6
Mark aus dem Schosse (Steuer) zu Groß-Weddingen und 5 ½ Hufen vor Wanzleben für 500
Gulden wiederkäuflich verkauft haben.
ab 1464 wieder Schöffe.
Seine Ehefrau Anna geb. Engel ist vor ihm, vielleicht schon um 1456, gestorben; denn ihre
Mitgift von 17 Mark (1443), die Erzbischof Ernst am 14.11.1480 von den Erben Ludwigs für
200 Mark wiedergelöst hatte, verkaufte er an die Prokuratoren des Domkapitels. Die Angabe
von König, Bd. 33, daß die Ober-Elter-Mutter von Otto v. Guericke, Gertraut von Embden,
T. von consul (1473) Cuno, gewesen sei, könnte erklärlich sein, wenn Ludwig nach seiner
Heimkehr aus dem Türkenkriege nochmals geheiratet hätte. Hans Hans Alemann hat in Übereinstimmung
mit anderen Unterlagen angegeben, daß sein Urgroßvater Oberst Ludwig 4 Reitpferde
gehalten und in Vaters Hause gewohnt habe.
Es möge noch nach 3 Urkunden aus dem Jahre 1479 eine Erzählung folgen, die kulturhistorisch
interessant ist und in der Ludwig richtig als Vetter vom Bm. Heine (nicht als Onkel!)
bezeichnet ist:
“Es waren einige Bürger von Magdeburg nach Ostern zur Leipziger Messe gereist. Bei diesem
Markte pflegten die Magdeburger bei einem gewissen Klaffhammer abzusteigen, in dessen
Keller die Kaufleute ihre Güter aufbewahrten. Einmal an einem Donnerstage kam zu dieser
Herberge ein Jagdhund zugelaufen, welcher dem Thomas “Salmon” (um 1400 wurden die
Brüder Thile und Herm. von der Hogenbode und ihr Oheim Heyne “Salomon” belehnt), einem
Magdeburger Patriziersohne und Schwager Friedrich I. Alemanns gestohlen worden war. Der
Hund erkannte seinen Herrn und dessen anwesende Brüder, zu denen er sich fortan hielt. Als
dann am Sonntage Cantate die Magdeburger aus der Stadt zogen, und zwar Bm. Heine mit
Ludwig, seinem Vetter, dann etlichen Freunden zu Wagen, Friedrich, Bruder Heines, und andere
zu Pferde, lief der Hund frei mit. Da kam ein gewisser Sebald Pudernitz mit großem Geschrei
und Fluchen herbei und fragte, wohin sie mit dem Hunde wollten. Da sagte Friedrich
grade heraus, der Hund gehöre dem Gesellen Thomas Salemann, auf das hin warf Pudernitz
nach Friedrich einen großen Stein und hätte ihn erschlagen, wenn der Wurf nicht durch den
Hut abgeschwächt worden wäre. Pudernitz rannte hierauf auf den Kirchhof St. Katharina,
Friedrich ritt ihm nach und fragte ihn, mit welchem Rechte er nach ihm geworfen habe. Pudernitz
fiel dem Pferde in die Zügel. Da kam Friedrichs Diener Hans Lafferd dazu und sagte
Pudernitz, er solle den Zaum fahren lassen, sonst würde er ihm mit der Armbrust eines auf den
Kopf versetzen. Da kam eine ganze Rotte Leipziger ihrem Mitbürger zu Hilfe, zog die
Schwerter und verwundete das Pferd Friedrichs an fünf Stellen. Bm. Heine erfuhr, wie es seinem
Bruder ergehe, sprang vom Wagen, drängte sich zu seinem Bruder durch und fragte die
Menge, wie sie gegen alles Recht Friedrichen angefallen hätten. Habe dieser etwas verbrochen,
so seien der Rat und die Schöffen von Leipzig da. Darauf ließ man Friedrich mit den
Seinen nach ihrer Herberge reiten. Heine setzte sich wieder in den Wagen und fuhr aus der
Stadt über die Brücke in die Vorstadt. Mit ihm fuhren Hanns vom Kellere, Ludwig Alemann,
sein Vetter, und Blasius Schartow. Da lief ihnen Pudernitz mit einer Menge Leute nach,
schlug das Tor zu, und man zwang sie, zur Herberge umzukehren. Dem Friedrich, der mit seinem
Gefolge ebenfalls zur Herberge ritt, kam der Marktmeister mit den Stadtknechten entgegen,
mit gezogenen Schwertern, und wollte ihn anfallen. Da legte sich der Wirt Friedrichs, Ulrich
Klaffhammer, ins Mittel und sagte, daß er für ihn bürge. Es kam dann zu Aufklärungen.
Es schickten die Richter und Schöffen an die Magdeburger die Aufforderung, sie sollten zu
Gerichte kommen. Heine wollte jedoch nicht hingehen, weil er nicht wußte, was mit Friedrich
geschehen sei, so wurde die Schlichtung des Streites auf Michaelis verschoben.
(ZMA 3.Druckheft S.159f)
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